Feuerwehr endet nicht mit dem aktiven Dienst. Der Arbeitskreis 60plus gibt ehemaligen Führungskräften im Kreisfeuerwehrverband Main-Kinzig e. V. seit mehr als 25 Jahren eine feste Heimat – und verbindet Erfahrung, Wissen und Kameradschaft.

Eine Idee mit Weitblick

Als Karl Noll Ende 1998 sein Amt als Kreisbrandinspektor und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Kinzig e. V. an seinen Nachfolger Wolfgang Köhler übergab, war für ihn klar: Mit dem Ende des aktiven Dienstes darf wertvolle Erfahrung nicht verloren gehen.

Im Jahr 2000 gründete er deshalb den Arbeitskreis 60plus. Ziel war es, ehemaligen Stadt- und Gemeindebrandinspektoren sowie deren Stellvertretern auch nach Erreichen der Altersgrenze eine feste Verbindung zum Kreisfeuerwehrverband zu ermöglichen. Auch weitere ehemalige Führungskräfte können unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag aufgenommen werden.

Damit setzte Karl Noll ein Zeichen der Wertschätzung für diejenigen, die über viele Jahre Verantwortung übernommen und die Entwicklung der Feuerwehren im Main-Kinzig-Kreis entscheidend mitgeprägt haben.

Erfahrung, die weitergegeben wird

Bis heute steht der AK 60plus für Austausch, Information und gelebte Kameradschaft. Bei den regelmäßigen Treffen informieren sich die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen im Feuerwehrwesen, tauschen Erfahrungen aus und pflegen persönliche Kontakte.

Dabei kommt ein beeindruckender Erfahrungsschatz zusammen: Viele Mitglieder haben die Geschichte ihrer Feuerwehren und des Kreisfeuerwehrverbandes über Jahrzehnte selbst miterlebt und mitgestaltet. Ihr Wissen und ihre Erinnerungen tragen dazu bei, Feuerwehrgeschichte lebendig zu halten und an kommende Generationen weiterzugeben.

Auch die Ehrenmitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes gehören zum Arbeitskreis. Stellvertretend sei der ehemalige Landrat Karl Eyerkaufer genannt, der sich während seiner Amtszeit besonders für die Freiwilligen Feuerwehren und den Kreisfeuerwehrverband engagierte.

Zu Gast bei den Feuerwehren im Kreis

Rund 30 bis 40 Teilnehmer kommen jährlich zu etwa sechs Veranstaltungen an wechselnden Orten im gesamten Main-Kinzig-Kreis zusammen. Häufig sind die örtlichen Feuerwehren und Kommunen Gastgeber.

Stadt- und Gemeindebrandinspektoren sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister geben Einblicke in ihre Gemeinden und berichten über die Entwicklung ihrer Feuerwehren. Ergänzt werden die Treffen durch aktuelle Informationen des Kreisbrandinspektors und Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes oder eines beauftragten Vertreters.

So bleibt der AK 60plus auch nach dem aktiven Dienst nah am aktuellen Feuerwehrgeschehen.

Kameradschaft gehört dazu

Neben den fachlichen Themen kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Ein gemeinsamer Tagesausflug mit den Ehe- und Lebenspartnerinnen und -partnern gehört ebenso zum Jahresprogramm wie das traditionelle Jahresabschlusstreffen im November.

Bei diesen Treffen steht nicht nur der Rückblick auf das vergangene Jahr im Mittelpunkt. Sie bieten vor allem Gelegenheit für persönliche Begegnungen und das Pflegen langjähriger Freundschaften.

Organisatorisch und finanziell wird der Arbeitskreis vom Kreisfeuerwehrverband Main-Kinzig e. V. getragen und unterstützt.

Seit 2019 unter neuer Leitung

Seit Februar 2019 steht der Arbeitskreis unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbrandinspektors a. D. Karl-Heinz Rothländer. Mit großem Engagement führt er die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger fort und entwickelt den AK 60plus als lebendigen Teil des Kreisfeuerwehrverbandes weiter.

Darüber hinaus ist der Arbeitskreis im Bezirksfeuerwehrverband des Nassauischen Feuerwehrverbandes (NFV-Veteranen) vertreten. Der Austausch mit Feuerwehrveteranen aus anderen Kreis- und Bezirksfeuerwehrverbänden schafft Verbindungen über die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises hinaus.

Mehr als ein Arbeitskreis

Mehr als 25 Jahre nach seiner Gründung ist der AK 60plus aus dem Kreisfeuerwehrverband Main-Kinzig e. V. nicht mehr wegzudenken.

Er steht für Wertschätzung, Erfahrung und Kameradschaft. Er bewahrt Wissen, hält Feuerwehrgeschichte lebendig und schafft Raum für Begegnungen – weit über die aktive Dienstzeit hinaus.

Was Karl Noll im Jahr 2000 mit Weitblick und Überzeugung ins Leben gerufen hat, ist heute ein fester Bestandteil der Feuerwehrfamilie im Main-Kinzig-Kreis.