Spatenstich für Hilfeleistungszentrum auf dem Gelände der Feuerwehr Somborn

Pressemeldung des Main-Kinzig-Kreis:
Die ersten vorbereitenden Arbeiten auf der Großbaustelle sind erfolgt, schon bald dürften die neuen Gebäude auf dem Gelände der Feuerwehr Freigericht-Somborn Gestalt annehmen. Am Freitag (2.10.) erfolgte der Spatenstich. „Hier entsteht ein Hilfeleistungszentrum, das gleichzeitig als zentraler Treff- und Anlaufpunkt für viele Rettungskräfte, weit über die Freigerichter Grenzen hinaus, fungieren wird“, erklärte Landrat Erich Pipa. „Der überörtliche Brandschutz und die überörtliche allgemeine Hilfe werden durch diese Maßnahme weiter gestärkt. Wir schaffen ausreichend Kapazitäten für Material und Fahrzeuge und investieren in die Ausbildung unserer Feuerwehrleute und Einsatzkräfte.“

Pipa sprach davon, dass der Main-Kinzig-Kreis eine gesetzliche, aber auch eine gesellschaftliche Aufgabe habe, seine Feuerwehren zu unterstützen. „Unsere rund 5.000 ehrenamtlichen Frauen und Männer in den Feuerwehren brauchen moderne Räumlichkeiten und gutes Equipment. Unsere 1.900 Mitglieder der Jugendfeuerwehr müssen auf ihre wichtige Aufgabe, den Schutz der Bevölkerung, vorbereitet werden, und zwar mit der neuesten Technik. Und wir brauchen in Notlagen, die uns hoffentlich selten treffen, einen gut ausgestatteten Katastrophenschutz, in dem derzeit 600 Ehrenamtliche alleine im Main-Kinzig-Kreis engagiert sind. Dafür investieren wir. Wir schaffen hier eine Infrastruktur, wie sie für die meisten Landkreise vorbildlich ist“, führte er im Beisein von Bürgermeister Joachim Lucas, Kreisbrandinspektor Markus Busanni, dem stellvertretenden Leiter des Gefahrenabwehrzentrums Günther Seitz, Architekt Frank Bürgel und weiteren Gästen aus.

Auf dem Gelände der Somborner Feuerwehr baut der Main-Kinzig-Kreis derzeit eine neue Fahrzeughalle, einen Schulungsraum, Werkstätten, eine Rettungswache sowie einen Feuerwehrturm, der kreisweit zu Übungszwecken genutzt werden kann. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 1,5 Millionen Euro, wobei 250.000 Euro auf die Rettungswache entfallen. Rund 260.000 Euro steuert das Land Hessen bei, die restliche Investitionssumme für das Projekt trägt der Kreis. Die Arbeiten sollen Mitte 2016 fertig sein. Die Gemeinde Freigericht stellt dabei das Gelände zur Verfügung. „Ich bin stolz darauf, dass wir hier gemeinsam mit dem Kreis für unsere Feuerwehren etwas bewegen konnten. Für mich war es auch keine Frage, schnell zu reagieren, als der Vorschlag für die Neubauten auf den Tisch kamen“, sagte Bürgermeister Lucas.

Pipa, zugleich Dezernent für den Bereich der Feuerwehren und Einsatzkräfte, betonte die Vorreiterrolle, die der Kreis mit seinem Gesamtkonzept des überörtlichen Brand- und Katastrophenschutzes einnehme. Dieses Modell werde vom Land Hessen sehr aufmerksam und wohlwollend verfolgt.

Der Neubau entsteht auf einer Freifläche an der Seite des bestehenden Gerätehauses. Die neue Halle soll sechs Fahrzeugen Platz bieten. Zudem entstehen reichlich Übungsfläche, ein Hochregallager, eine angeschlossene Rettungswache, Werkstätten, ein Schlauchdepot, ein Ausbildungsraum sowie ein Übungsturm für Absturzsicherung. Für den Einsatzbereich Mitte im Main-Kinzig-Kreis sei ein solcher zentraler Standort wichtig, erklärte Kreisbrandinspektor Markus Busanni. „Wir verfolgen mit unserem Gesamtkonzept die Strategie, uns über Gemeindegrenzen hinweg stark aufzustellen und Einsatzfahrzeuge wie auch Einsatzmittel strategisch sinnvoll zu platzieren. Freigericht bietet eine gute, zentrale Lage, von der aus wir viele umliegende Kreisgebiete schnell erreichen“, verdeutlichte Busanni.

Seit mehr als einem Jahr ist auf dem Gelände der Feuerwehr bereits eine Rettungsmannschaft des Roten Kreuzes rund um die Uhr stationiert. Sie sorgt mit dafür, dass die Hilfsfrist im Main-Kinzig-Kreis eingehalten wird: In mindestens 90 Prozent der Alarmierungen müssen die Rettungskräfte binnen zehn Minuten am Notfalleinsatzort sein. „Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts jährlich steigender Einsatzzahlen. Aber wir halten diese Quote ein, derzeit liegen wir bei über 91 Prozent“, erklärte Pipa. Mit den Neubauten, zu denen auch die Rettungswache für das Rote Kreuz zählt, etabliere sich der Standort Somborn als „starker Knotenpunkt in unserem Sicherheitsnetz“.

 

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